Samstag, später Nachmittag, 17 Uhr. Alle Menschen sind an der frischen Luft. Alle Menschen? Neeeein! Eine kleine Gruppe tapferer Spider-Man Fans hat sich Karten für das neue Leinwand Abenteuer der freundlichen Spinne aus der Nachbarschaft besorgt und wartet nun sehnsüchtig auf das Ende des Werbeblocks. 35 Minuten später (ja, 35 Minuten Werbung!) geht es dann endlich los. Also die 3D Brille aufgesetzt, das Popcorn und die Cola strategisch gut verteilt und Film ab.
Nach 136 Minuten, die mir wesentlich kürzer vorkamen, war der Film dann auch schon wieder zu Ende und ich muss sagen: WOW. Der Reboot hat sich wirklich gelohnt. Sowohl Marc Webb hinter der Kamera als auch Andrew Garfield, Emma Stone, Rhys Ifans, Sally Field und wie sie nicht alle heißen haben einen wirklich klasse Film abgeliefert.
Ich will noch keine Details vorwegnehmen um niemanden hier die Vorfeude auf den Film zu nehmen, aber ich möchte mal einen kleinen Vergleich zwischen The Amazing Spider-Man und seinen drei Vorgängern machen.
- Mir ist z.B. dankbar aufgefallen, dass im aktuellen Film nicht permament kreischende Damen voller gespielter Panik im Gesicht auf die Kamera zurennen, sobald sich der Bösewicht mal in der Öffentlichkeit zeigt. Das war einer der Punkte, die mich an Sam Raimis Umsetzung schon immer gestört haben, da mich diese Szenen immer irgendwie an alte Monster B-Movies erinnert haben. Damals war es halt: Oh, da kommt ein Monster *kreisch*. Und bei Raimi war es z.B.: Oh, ein Mann mit 8 Gliedmaßen macht Löcher in eine Hausfassade *kreisch*.
- Ein weiterer, erfreulicher Punkt ist, dass Mary Jane Watson diesmal nicht gleich zu Beginn dabei ist, sondern Peter Parker erst seine Jugendliebe Gwen Stacy findet. In den Comics tauchte Mary Jane auch erst später an Peters Seite auf.
- Auch bei dem “neuen” Peter Parker stellte ich fest, dass er wesentlich mehr in das Bild eines High School Schülers passt, als Tobey Maguire im Jahr 2002, auch wenn er zu dieser Zeit jünger als der Herr Garfield war. Allerdings hat mir im aktuellen Film Peter Parkers Affinität zur Fotografie doch etwas gefehlt. Diese war in Raimis Version “etwas” präsenter, aber das ist ja nichts was in den nächsten Filmen nicht noch kommen kann.
- Ein ganz wesentlicher Punkt für mich waren aber auch die Netzwerfer. In Raimis Version hat der Spinnerich diese durch den Spinnenbiss sozusagen als Bonus erhalten. Dies ist in den Comics nicht der Fall gewesen, denn dort hat sich Peter nicht nur sein Kostüm selbst zusammengestellt, sondern auch den Wissenschaftler raushängen lassen und sich die Dinger selber gebastelt. Und so ist es nun auch im aktuellen Film.
Die Entstehung von Spider-Man selbst ist in beiden Versionen relativ ähnlich. Auch hier gibt es zwar Unterschiede in den Feinheiten, aber da möchte ich lieber noch nichts vorwegnehmen. Die wichtigsten Punkte sind ja:
- Spinnenbiss
- Spinnenkräfte
- Onkel Ben stirbt
- Peter macht sich Vorwürfe und kämpft gegen das Verbrechen
Mir persönlich gefällt der neue Film um einiges besser als seine drei Vorgänger.
Mich würde jetzt interessieren ob Ihr den neuen Spider-Man schon gesehen habt und welche Version Euch besser gefällt?
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Florian Grewe


