Ich glaube jeder von uns, hat sich schon einmal über unscharfe Fotos geärgert, oder? Auf dem Kamera-Display sah noch alles super scharf aus, aber auf dem Computer kommt dann die Ernüchterung: Viele Bilder sind unscharf. Und natürlich gerade die, bei denen sonst alles andere stimmt, oder von denen Du nur eins gemacht hast.

Damit Dir so etwas in Zukunft nicht mehr passieren kann, gebe ich Dir heute 10 Tipps für knackig scharfe Fotos.

10 Tipps für scharfe Fotos

Pusteblume,Löwenzahn

1Benutze ein Stativ

Wenn Du scharfe Fotos machen möchtest, dann solltest Du Bewegungen und Erschütterungen beim Auslösen Deiner Kamera vermeiden. Am einfachsten gelingt Dir das durch den Einsatz eines (stabilen) Stativs.

Auf dieses schraubst Du Deine Kamera und sie steht bombenfest.

Allein schon dadurch werden Deine Fotos deutlich schärfer, sogar bei längeren Belichtungszeiten.

Aus der freien Hand sind scharfe Fotos natürlich auch nicht unmöglich, aber mit einem Stativ erhöhst Du Deine Chance auf Erfolg drastisch.

Beim Kauf solltest Du auf einen stabilen Stand achten. Wenn jeder Windzug Dein Stativ zum Wackeln bringt, dann kannst Du die Kamera nämlich auch gleich wieder in die Hand nehmen.

Du wirst allerdings feststellen, dass Stative nicht gerade zum günstigsten Foto-Zubehör gehört. Wenn Du ein leichtes und stabiles Stativ erwerben möchtest, dann können auf dem Preisschild schnell mal mehrere hundert Euro stehen.

Zum Glück gibt es aber auch Exemplare auf dem Markt, die günstig und stabil sind. Ich habe mir kürzlich z.B. dieses Stativ bestellt und bin sehr zufrieden: Triopo C-258 (Ein Stativkopf ist zwar nicht dabei, aber auch hier habe ich ein schönes Schnäppchen gefunden: Hähnel BH-40 Panorama-Kugelkopf inkl. Schnellwechselplatte).

2Benutze einen Fernauslöser

Wenn Du auf den Auslöser Deiner Kamera drückst, dann kann auch das kleine Erschütterungen erzeugen. Daher ist es besser, wenn Du einen Fern- oder Funkauslöser benutzt.

So kannst Du den Auslöser „drücken“ ohne die Kamera zu berühren. Ein Fernauslöser ist also die optimale Ergänzung zu einem Stativ.

Solltest Du keinen Fernauslöser besitzen oder ihn vergessen haben, dann verrate ich Dir jetzt noch einen kleinen Trick:
Das Ganze funktioniert nämlich auch super mit dem eingebauten Selbstauslöser Deiner Kamera. Stell diesen einfach auf 2 oder 5 Sekunden ein und berühre die Kamera nach dem Du den Auslöser gedrückt hast am besten nicht mehr.

Ich habe mir vor einigen Monaten übrigens diesen Fernauslöser gekauft: Timer-Fernauslöser + Schnur-Kabel für Nikon D90 D3100 D5000 D7000 DC278. Er ist günstig und funktioniert echt super.

3Aktiviere die Spiegelvorauslösung

Diesen Tipp habe ich früher immer belächelt. Ich habe mir immer gedacht, dass das keine Auswirkungen auf meine Fotos haben wird und es war mir auch irgendwie zu blöd jedes mal daran zu denken. Aber ich habe mich geirrt. Durch das „Klappen“ des Spiegel entstehen in der Tat störende Vibrationen, die sich negativ auf die Bildschärfe auswirken können.

Wenn Du also eine Spiegelreflexkamera nutzt, dann solltest Du bei längeren Belichtungszeiten (wenn möglich) die Spiegelvorauslösung aktivieren. Dadurch klappt erst der Spiegel hoch und kurz danach wird erst das Foto gemacht.

Das sorgt (in Verbindung mit dem Fernauslöser und dem Stativ) schon für sehr scharfe Fotos.

4Nutze die schärfste Blende Deines Objektivs

Bei nahezu jedem Objektiv lassen sich verschiedene Blenden einstellen. Aber nur weil das geht, heißt es nicht zwangsläufig, dass Du auch mit jeder Blende scharfe Fotos machen kannst.

Mit welcher Blende macht ein Objektiv denn die schärfsten Fotos? Ein Patentrezept gibt es hier leider nicht, aber es handelt sich in den seltensten Fällen um die größte / kleinste Öffnung.

Wenn Du es ganz genau wissen möchtest, dann kannst Du einfach ein paar Testfotos mit verschiedenen Blenden-Einstellungen aufnehmen und anschließend schauen, welches Bild Dir am besten gefällt.

Falls es Dir hilft: Ich fotografiere gerne mit Werten zwischen f/4 und f/11, damit erziele ich bei meinem Sigma 17-70mm die besten Ergebnisse.

5Verzichte auf hohe ISO-Werte

Eine hohe ISO-Empfindlichkeit kann ganz hilfreich sein um z.B. auch bei schlechten Lichtverhältnissen noch recht kurze Verschlusszeiten zu erzielen. Je nach Einstellung kann es dann aber passieren, dass Deine Fotos körnig werden oder „rauschen“.

Bei diesem Foto rauscht es in den Wolken (es sind deutlich kleine Punkte zu erkennen), weil ich die ISO-Empfindlichkeit auf einen (für meine Kamera) sehr hohen Wert gestellt habe, damit ich noch aus der freien Hand fotografieren konnte. Ja, ich weiß -> Stativ 😉 Aber ich hatte leider keins dabei.

Hin und wieder kann dieses Rauschen auch mal als Stilmittel eingesetzt werden, aber generell ist es eher unschön. Zumindest empfinde ich es so. Viel schlimmer ist aber, dass die Bildschärfe dabei abnehmen kann.

Wenn möglich, solltest Du beim Fotografieren also auf hohe ISO-Werte verzichten. Generell lässt sich sagen: Je niedriger, desto besser. Wobei es natürlich auch Ausnahmen geben kann.

6Schalte den Bildstabilisator ab…

… wenn Du ein Stativ benutzt. Der in manchen Kameras und Objektiven eingebaute Bildstabilisator ist eine coole Funktion, wenn es um Fotos aus der freien Hand geht.

Auf einem Stativ kann er aber leider kontraproduktiv sein. Ist der Stabilisator nämlich aktiviert, dann versucht er quasi permanent irgendwelche Verwacklungen auszugleichen, auch wenn gar keine da sind.

In manchen Fällen kann dies leider bewirken, dass gerade dadurch ganz leichte Vibrationen entstehen.

7Richtig fokussieren

Super:

  • Deine Kamera steht bombenfest auf einem Stativ
  • Du hast den Fernauslöser angestöpselt
  • Die Spiegelvorauslösung ist aktiviert
  • Der Bildstabilisator ist deaktiviert

Jetzt musst Du nur noch richtig fokussieren. Das beste Stativ und das teuerste Objektiv nützen Dir ja nichts, wenn Du z.B. anstatt des kleinen Vogels, den dicken Baumstamm hinter ihm fokussiert hast. Achte also darauf, dass Du Dein Wunschmotiv schon vor dem Auslösen scharf im Sucher siehst.

8Liveview als Fokushilfe

Moderne Kameras besitzen inzwischen fast alle einen sogenannten Liveview Modus. Mit Hilfe dieser Funktion kannst Du den Monitor Deiner Kamera als Sucher benutzen.

Der große Vorteil daran ist, dass Du hier schon vor dem Auslösen ins Bild zoomen und die Fokussierung entsprechend anpassen kannst.

Gerade wenn Du z.B. Nahaufnahmen (Macro-Fotos) machen möchtest, ist das eine tolle Funktion. Ich nutze den Liveview Zoom meist in Verbindung mit einer manuellen Fokussierung um ein optimales Ergebnis zu erzielen.

9Nutze Lightroom, Photoshop und Co.

Natürlich kannst Du auch schon sehr scharfe Fotos direkt aus der Kamera schütteln. Aber in der Nachbearbeitung in Photoshop und Co. kannst Du die Schärfe Deiner Fotos trotzdem noch weiter optimieren.

Experimentiere z.B. mal etwas mit dem Photoshop Filter „Unscharf maskieren“. Auch wenn der Name dieses Filters nicht unbedingt vermuten lässt, dass es dabei um schärfere Fotos gehen soll 😉

10Der ultimative Tipp: Kombiniere alles

Jeder Tipp für sich allein wird Dir auf Deinem Weg zu schärferen Fotos schon sehr hilfreich sein. Das beste Ergebnis wirst Du aber erst dann erzielen, wenn Du alle 9 Tipps miteinander kombinierst. Probier es ruhig mal aus.

Das waren meine 10 Tipps für scharfe Fotos. Ich hoffe, mein Beitrag hat Dir gefallen. In jedem Fall freue ich mich immer über einen Kommentar von Dir, gerne auch mit Links zu Deinen Fotos, die Du mit Hilfe dieser Tipps gemacht hast. Fragen, Lob und Kritik kannst Du dort aber auch gerne los werden.

2 Kommentare

    • Hi Vesna,

      vielen Dank für Deinen Kommentar.
      Deine Fotos sind ja schon sehr scharf, aber es freut mich, wenn ich trotzdem noch ein paar neue Tipps für Dich hatte 🙂

      Gruß
      Flo

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