Je länger Du Dich mit dem Thema Fotografie beschäftigst und dieses Hobby auch betreibst, desto mehr Zeit haben Gewohnheiten sich Einzug in Deine Workflows zu verschaffen.

Viele davon sind sicherlich hilfreich und erleichtern Dir das Fotografieren ungemein, andere hingehen sind eher weniger zuträglich.

In diesem Beitrag möchte ich Dir 5 dieser letzteren Angewohnheiten vorstellen und Dir natürlich auch verraten, was Du dagegen tun kannst, wenn Du Dich irgendwo wiederfinden solltest.

5 üble Gewohnheiten in der Fotografie und wie Du sie los wirst!

Eine kurze Anmerkung noch vorab: Natürlich kann es Anwendungsbereiche geben, für den der ein oder andere Tipp in diesem Beitrag nicht zwingend sinnvoll ist. Daher möchte ich an dieser Stelle kurz erwähnen, dass jeder Fotograf seines eigenen Bildes Schmied ist, und ich niemanden bekehren möchte seinen Workflow zu ändern, wenn es so für ihn passt, wie es ist.

Die Bedienungsanleitung ist nur Packmaterial und wird nicht gelesen

Eine Gruppe, der in den VZ-Netzwerken (studivz und co.) gerne beigetreten wurde, war: “Ich lese keine Anleitungen. Ich drücke Knöpfe bis es klappt”. Sich auf diese Art und Weise mit seiner Kamera auseinanderzusetzen ist sicherlich auch eine Möglichkeit, allerdings glaube ich, dass man auf diese Weise sehr viel Potenzial verschenkt.

Ich gestehe, dass ich mich selber auch leider nicht immer zu den Menschen zählen kann, die jede Bedienungsanleitung studieren, bevor sie das dazugehörige Gerät das erste Mal in Betrieb nehmen.

Ich war eigentlich immer der Meinung, dass sich die Funktionen und Einstellungen schon während der Nutzung ergeben werden. Dieser Gedanke ist aber leider falsch, denn so lerne ich nur die Grundfunktionen der Kamera kennen bzw. das was sich wirklich allein aus der Nutzung ergibt. Was ich dabei aber nicht lerne, ist das Ausschöpfen des gesamten Potenzials.

Wenn Du wissen möchtest, was Deine Kamera alles kann und wenn Du das gute Stück wirklich Kennenlernen möchtest, dann führt meines Erachtens nach kein Weg an der Bedienungsanleitung vorbei.

Natürlich musst Du nicht jedes Kapitel auswendig lernen, aber es schadet auch nicht, wenn Du im Bedarfsfall weißt, dass Du die Beschreibung einer bestimmten Funktion auf jeden Fall in Deiner Bedienungsanleitung findest.

Mein Tipp: Falls Du Dich inhaltlich noch nie mit der Bedienungsanleitung Deiner Kamera auseinandergesetzt hast, dann wirf einfach mal einen Blick auf das Inhaltsverzeichnis. Ich wette, dass Du dort einige interessante Kapitel finden und Deine Kamera anschließend besser verstehen wirst.

Alles auf Autopilot

Egal ob Profi DSLR, Kompaktkamera oder Smartphone Foto-App. Sie alle besitzen Automatiken, Motivprogramme oder ähnliche Funktionen, die uns Benutzern die Handhabung möglichst einfach machen sollen.

Auf der einen Seite ist das natürlich toll, besonders wenn man erst ganz am Anfang steht und erst mal nur etwas herumprobieren möchte. Auf der anderen Seite vergisst man durch diese Automatiken leider auch schnell mal auf die Zusammenhänge zu achten, also z.B. welche Blende sich für Landschaftsaufnahmen eignet, welche Verschlusszeit für Sportaufnahmen zum Einsatz kommen sollte, oder welche ISO Empfindlichkeit bei schlechten Lichtverhältnissen hilfreich sein könnte.

Ich bin zwar niemand, der sagt, dass ein Foto, welches nicht im manuellen Modus (M) gemacht ist, ein schlechtes Foto ist, aber dennoch schadet es keinesfalls, wenn man sein Werkzeug auch ohne künstliche Hilfe beherrscht.

Mein Tipp: Achte bei der Verwendung der Automatikfunktionen darauf, wann die Kamera welche Einstellungen vorgibt und versuch dann anschließend das gleiche Foto über die manuellen Einstellungen (M-Modus) nachzustellen.

Du wirst sehen, dass es gar nicht so schwer ist und Du lernst Deine Kamera außerdem gleich noch besser kennen.

Immer nur ein Objektiv

Es gibt soooooo viele Objektive auf dieser wunderschönen Welt. Da wäre es doch echt schade, wenn man diese Vielfalt nicht nutzen würde, oder? Mir ist natürlich bewusst, dass sich nicht jeder mal eben mit einem Berg von Objektiven eindecken kann, aber sein Leben lang immer nur auf einen bestimmten Einsatzbereich festgelegt zu sein, schränkt die Kreativität doch schon arg ein.

Meist hat man zu Anfang ja “nur” das Kit-Objektiv, welches zum Lieferumfang der Kamera gehört. Und natürlich lassen sich auch mit diesen Optiken durchaus gute Ergebnisse erzielen, aber je nach Einsatzbereich kommt man irgendwann nicht mehr um Makro-, Tele-, oder andere Objektivtypen herum.

Ob die verwendete Optik nämlich 55mm oder 300mm Brennweite besitzt, kann durchaus einen anderen Blick auf die Dinge ermöglichen. Und jeder Objektiv-Typus eröffnet dem Fotografen eine ganz neue Welt.

Mein Tipp: Die Anschaffung neuer Objektive ist sicherlich auch eine Kostenfrage. Preise jenseits der 1.000,- Euro Marke sind dabei nicht unbedingt eine Seltenheit. Aber es gibt auch günstige Wege um an neue Linsen heranzukommen.

Stöbere am besten mal ein wenig bei Amazon oder eBay* und Du wirst sehen, dass es auch weniger kostenintensive Objektive für Deine Kamera gibt. Gebrauchte Optiken gibt es z.B. meist deutlich günstiger als Neuware. Achte nur darauf, dass diese auch zu Deiner Kamera passen.

Photoshop wird’s schon richten

Ähhh… jein 😉 Natürlich bieten Photoshop und Konsorten viele Möglichkeiten der nachträglichen Aufbereitung und Bearbeitung, aber das kann auch schon mal recht zeit-intensiv werden und wenn es einem dann an bestimmten Punkten auch noch an Wissen im Umgang mit diesen Programmen fehlt, auch nahezu unmöglich.

Besser ist es, wenn das Ausgangsbild schon so perfekt wie möglich auf der Speicherkarte landet und man anschließend nur noch ein paar Feinheiten bearbeiten braucht.

Mein Tipp: Führe Dir schon vor dem Auslösen das fertige Bild vor dem innerlichen Auge zusammen und versuch’ dann alles was mit Deinen Mitteln möglich ist, um ganz nah an dieses Vorbild heranzukommen.

Keine Backups machen

Die Festplatte hat das Zeitliche gesegnet oder gleich der ganze Computer ist abgeraucht… was ist mit meinen Fotos??? Alle weg!!! Hätte ich doch nur ein Backup gemacht…

Das wäre der absolute Albtraum, mit einem Schlag sind alle Fotos WEG! Die einzigen “Sicherungen” sind die Fotos, die man mal irgendwo in einer Fotocommunity oder der eigenen Foto-Webseite hochgeladen hat.

Aber die privaten Fotos von der der Hochzeit, anderen Festlichkeiten oder den Kindern sich futsch. Damit Dir sowas nicht passiert, ist es wichtig regelmäßig Backups zu erstellen.

Mein Tipp: Da ich der Technik nicht immer 100% vertraue, nutze ich eine Hybridlösung. Und zwar brenne ich meine Fotos alle paar Monate auf DVDs und sichere den aktuellen Stand zusätzlich noch auf einer externen Festplatte.

Es muss also nicht zwingend ein teures NAS im heimischen Netzwerk her, sondern es reichen auch weniger kostenintensive USB Festplatten und einfache DVD Rohlinge zum Sichern.

Na, hast Du Dich vielleicht in dem einen oder anderen Punkt wiedergefunden? Oder kennst Du noch weitere Angewohnheiten, die man als Fotograf entwickeln kann, diese aber besser wieder ablegen sollte? Dann schreib’ gerne einen Kommentar unter diesen Beitrag 🙂

2 Kommentare

  1. Gute Tipps, hätte noch eigene Vorschläge:
    Meine Empfehlung als Zweitobjektiv ist ja immer ein billiges 50mm Festbrennweitenobjektiv. Die sollte man sowohl für Canon als auch Nikon für nen Hunni rum bekommen und bieten meist weit bessere Bildqualität als die Kit-Objektive. Die feste Brennweite wirkt erst mal einschränkend, zwingt einen aber, auch mal wieder den guten “Fuß-Zoom” zu benutzen und kann die Kreativität fördern. Viele stehen auf der Stelle und zoomen rein und raus. Gibt meist langweilige Motive. Die feste Brennweite zwingt, mal ranzugehen, sich auch mal hinzuknien, u.ä.
    Zu den Themen manueller Modus und Nachbearbeitung hätte ich noch den Tipp, dass es in schwierigen Lichtsituationen besser ist, im manuellen Modus konstant falsch zu belichten als im Automatik-Modus zu schießen und anschließend jedes Foto manuell korrigieren zu müssen. Wenn die manuell geschossenen durchweg konstant einen Stop zu hell oder dunkel sind, kann man alle auf einen Schlag korrigieren. Spart viel Zeit und Nerven. Bei konstanten Lichtverhältnissen natürlich am besten, so lange Testfotos im manuellen Modus zu machen, bis es passt und dann dabei bleiben.
    Früher oder später muss man dafür aber auch lernen, das Histogramm richtig zu lesen. Wenn ich draußen bei praller Sonne fotografiere, sehen Fotos auf dem Display auch schnell mal dunkel aus. Wer dann seine Belichtung korrigiert, hat am Ende zu helle Fotos. Man sollte nicht nach dem Foto auf dem Display gehen, das täuscht zu sehr je nach Umgebungslicht. Das Histogramm dagegen lügt nicht.

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